Artist's Statement
"Mich interessiert das Flüchtige. Es ist immer da. Eine leichte Unschärfe, die am Rand jedes Realen pulsiert und die alles in Bewegung hält. Ihrem Licht und ihrer Farbe gilt meine Aufmerksamkeit. Das Flüchtige, die Unschärfe und die Bewegung sind für mich die wahren Urheber von Momentaufnahmen unserer Wirklichkeit. Ich bearbeite den schmalen Grat zwischen vermeintlich realer Bildwelt und ihrer abstrakten Auflösung. In der Unschärfe begegne ich analogen und modernen digitalen Bildfragmenten, die ich in meinen Bildern enttarne, benutze, transformiere und wiederum malerisch auflöse. Der alte Kampf zwischen Fotografie und Malerei im Ringen um Bildwirklichkeit ist noch längst nicht entschieden ... mit meiner Malerei möchte ich die Grundbausteine unseres Eindruckes von "Wirklichkeit" ans Licht bringen." - Jörg Staudt
Jörg Staudt, Jahrgang 1964, Grafiker und Künstler, bekannt geworden durch seine Bildserie "aspects", die die klassisch-figurative Ölmalerei mit der fotografischen Pixelwelt verbindet und damit eine neue Sicht auf die uns umgebende Bildwelt eröffnet: die Sicht der ungefähren Welt, immer auf dem schmalen Grat von eben noch erkennbarer Realität und Abstraktion balancierend, virtuos mit beiden Sphären spielend und mit einer Art poetischem Realismus sichtbar machend, was zwischen dem "Jetzt-Noch" und dem "Gerade-Eben" liegt.
Neben "aspects", den meist großformatigen Werken gestaltet Jörg Staudt Objekte, die das Thema der ineinanderfließenden Realitätsebenen aufgreifen - sein "Flüchtigkeitsanzeiger" wird zur künstlerisch-ironischen Messlatte der Vergänglichkeit des Hier und Jetzt im kontemplativen Spiel mit unserer Realitätswahrnehmung.